Skip to content Skip to navigation

19.07.2012 > Pressemitteilung

Dispozinsen endlich deckeln

Transparenz reicht nicht aus
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

In Deutschland sind die Dispozinsen viel zu hoch. Das belegt eine Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Höhe dieser Zinssätze muss endlich reguliert werden.

In Deutschland sind die Dispozinsen viel zu hoch. Die Studie des Bundesverbraucherministeriums (BMELV), die am Donnerstag veröffentlicht wurde, belegt, was Verbraucherschützer schon seit langem bemängeln: Die Erträge aus dem Dispogeschäft übersteigen die Kosten der Banken deutlich.  

Gesetzliche Deckelung notwendig

„Diese Gewinnmaximierung zu Lasten von Verbrauchern muss ein Ende haben“, fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen. „Das gelingt nur mit einer gesetzlichen Deckelung des Zinssatzes.“   Bundesverbraucherministerin Aigner nimmt an, dass sich das Problem durch Transparenz lösen lässt. Das allein wird aber nicht ausreichen.

Denn in der Regel nutzen Verbraucher die Überziehungsmöglichkeit ihrer Konten, um einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überbrücken. Vielen ist die Zinshöhe nicht bekannt. Doch auch wenn ihnen der Zinssatz bekannt wäre: Die wenigsten Verbraucher würden ihre Hausbank wechseln, weil die Dispozinsen zu hoch sind. So bleibt den Verbrauchern oftmals gar nichts anderes übrig, als den überhöhten Zinssatz ihrer Bank zu schlucken.  

Manche Verbraucher bleiben in ihren Dispokrediten gefangen

Besonders hart treffen die hohen Zinssätze die Verbraucher, die so verschuldet sind, dass sie ihre Ausgaben bereits ausschließlich aus dem Dispokredit bestreiten. Wenn ihnen die Bank nur schlechte oder gar keine Umschuldungsmöglichkeiten anbietet, bleiben sie praktisch in ihrem Dispokredit gefangen. 

Deshalb ist es über die Deckelung der Zinssätze hinaus notwendig, dass die Banken verpflichtet werden, den betroffenen Verbrauchern eine Umschuldung in günstigere Ratenkredite zu ermöglichen.