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07.09.2012 > Pressemitteilung

Aldi und Lidl führen in Großbritannien Nährwertampel ein

vzbv fordert: Jetzt muss Handel in Deutschland nachziehen
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Die deutschen Discounter Aldi und Lidl werden in Großbritannien die Nährwertampel zur Kennzeichnung von Lebensmitteln einführen. Das haben jetzt britische Medien berichtet. Anhand der Farben grün, gelb und rot können Verbraucher dann auf einen Blick erkennen, ob ein Lebensmittel viel Zucker, Fett und Salz enthält.

In Deutschland haben sich Lebensmittelhersteller und -handel bisher immer gegen dieses System gewehrt, das von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen gefordert wird. „Was sich Aldi und Lidl in Großbritannien trauen, sollten sie auch in Deutschland umsetzen“, fordert Clara Meynen, Referentin für Lebensmittelvermarktung und Ernährung beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Verbraucher wollen die Nährwertampel, das haben Befragungen gezeigt.“

Eine europaweite verpflichtende Kennzeichnung mit der Nährwertampel wurde 2011 mit der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung abgelehnt. Es ist aber weiterhin möglich, dass Lebensmittelhersteller oder -händler freiwillig die Kennzeichnung verwenden. In Großbritannien wird die Ampelkennzeichnung bereits seit Jahren von verschiedenen Firmen genutzt. Nun erklärte die größte britische Supermarktkette Tesco, eine Nährwertkennzeichnung mit Ampelsystem einführen zu wollen. Aldi und Lidl zogen nach.

Ampel: alle Informationen auf einen Blick

Jenseits von Großbritannien wehren sich viele Nahrungsmittelkonzerne gegen eine Nährwertampel und nutzen stattdessen die sogenannte GDA-Kennzeichnung. Dabei wird mit Hilfe von Prozentzahlen angegeben, wie viel des täglichen Richtwerts für Energie, Fett, Zucker und Salz in einer Portion des Lebensmittels enthalten ist. Eine Kennzeichnung, auf die auch deutsche Unternehmen gerne zurückgreifen.

Tesco will beide Kennzeichnungen miteinander kombinieren. So soll einerseits erkennbar sein, wie viel Prozent des täglichen Richtwerts für Energie, Fett, Zucker und Salz in einem Lebensmittel enthalten ist. Andererseits soll durch die zusätzliche farbliche Hinterlegung mit grün, gelb oder rot den Verbrauchern die Bewertung erleichtert werden, ob das viel oder wenig ist. Tesco begründet diesen Schritt mit neuen Verbraucherbefragungen, die gezeigt hätten, dass Kunden zusätzlich zu den GDAs die farbliche Bewertung wünschen.

Auch in Deutschland haben Verbraucherbefragungen gezeigt, dass Verbraucher die Nährwertampel besser verstehen als die von der Lebensmittelwirtschaft präferierte GDA-Kennzeichnung. Trotzdem haben sich die meisten Hersteller und der Handel bisher vehement gegen eine Nährwertampel gewehrt. „Die kombinierte Lösung mit Ampelfarben in Großbritannien ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Meynen. „Nun muss auch der deutsche Handel umdenken und besser auf die Wünsche der Verbraucher eingehen.“

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