Skip to content Skip to navigation

25.09.2015 > Onlinemeldung

Wunsch und Wirklichkeit bei der Surf-Geschwindigkeit

vzbv fordert pauschalierten Schadenersatz
Quelle: 
Arman Zhenikeyev - fotolia.com

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher ärgern sich, dass ihr Internetanschluss viel langsamer ist als vom Anbieter versprochen. Die Bundesnetzagentur hat jetzt ihren Breitband-Test neu aufgelegt, mit dem Verbraucher die Geschwindigkeit ihres eigenen Anschlusses überprüfen können. „Der Messtest zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit bei Internetanschlüssen auseinanderliegen. Aber Transparenz alleine hilft nicht“, sagt Lina Ehrig, Teamleiterin Digitales und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Aus Sicht des vzbv ist der Messtest ein sinnvolles Instrument, um für mehr Klarheit zu sorgen. Davon profitieren nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen – und zwar diejenigen, die alles daran setzen, die beworbenen „bis zu“-Geschwindigkeiten tatsächlich zu erreichen. Der vzbv kritisiert, dass negative Messergebnisse bislang keine Konsequenzen haben. „Wenn Verbraucher mit dem Test nachweisen, dass ihr Anschluss extrem langsam oder ständig gestört ist, müssen sie eine Entschädigung bekommen. Am besten unkompliziert in Form eines pauschalierten Schadenersatzes“, so Ehrig. Damit das möglich wird, sollte zunächst festgeschrieben werden, dass der Test der Bundesnetzagentur als zertifizierter Überwachungsmechanismus im Sinne der EU-Verordnung zum einheitlichen Telekommunikationsmarkt gilt.

Auswertung zeigt: Bandbreiten werden selten erreicht

Es ist kein Einzelfall, dass Verbraucher viel langsamer surfen, als in ihren Verträgen angegeben wird. Die Bundesnetzagentur hat die Messungen des alten Tests für die Jahre 2012 und 2013 gesammelt und ausgewertet. Mit dem Ergebnis: Die von den Anbietern tatsächlich zur Verfügung gestellte Geschwindigkeit blieb in der Regel weit hinter den Werbeversprechen der „bis zu“-Angebote zurück. Die Qualitätsstudie des Jahres 2012 ergab, dass nur 69,2 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der beworbenen Datenübertragungsrate erreichten. Bei nur 19,5 Prozent der Nutzer wurde die volle vermarktete Datenübertragungsrate erreicht. 2013 waren es 77,1 Prozent, die mindestens die Hälfte der beworbenen Bandbreite erreichten. Nur noch 15,9 Prozent konnten die beworbene Leistung in vollem Umfang in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen