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27.11.2015 > Onlinemeldung

Verbraucher besser vor unseriösem Inkasso schützen

vzbv fordert bessere Information und effektivere Aufsicht
Quelle: 
contrastwerkstatt - fotolia.com
  • Verbraucherzentralen: Jede zweite Inkassoforderung ist unberechtigt.
  • vzbv fordert, Regelungslücken im Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken zu schließen.
  • Aufsicht über Inkassounternehmen muss stärker gebündelt werden.

Trotz neuer gesetzlicher Regelungen ist noch mehr als jede zweite Inkassoforderung unberechtigt. Das geht aus einer Auswertung der Verbraucherzentralen von bundesweit mehr als 1.400 Beschwerden hervor. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht Nachbesserungsbedarf bei den Regelungen, die unseriöse Geschäftspraktiken von Inkassounternehmen unterbinden sollen und am 1. November 2014 in Kraft traten. Der vzbv fordert unter anderem ein verbindliches Muster für Pflichtinformationen sowie die Bündelung der Aufsicht.

Die Auswertung der Verbraucherzentralen zeigt, dass das Gesetz zwar Wirkung gezeigt habe, es aber nach wie vor Handlungsbedarf gebe. So enthielten 90 Prozent der Schreiben eine Information, wer mit den Verbrauchern den behaupteten Vertrag geschlossen haben will. 84 Prozent enthielten eine Forderungsaufstellung – ein klarer Fortschritt. Doch die Kostenaufstellung war aus Verbrauchersicht mehrheitlich nicht verständlich. Zudem war in 56 Prozent der Fälle keine Vertragsgrundlage für die Forderung zu ermitteln. Die Gebühren waren oft unverhältnismäßig hoch.

„Inkasso ist für Verbraucher nach wie vor mit vielen Problemen und Fragezeichen verknüpft. Es gibt deutliche Lücken im Gesetz. Die Politik muss handeln, um weiteren Schaden auf Seiten der Verbraucher zu verhindern“, sagt Christina Buchmüller, Referentin im Team Finanzen des vzbv.  

Aufsicht über Inkassodienste stärker bündeln

Der vzbv fordert, dass Verbraucher einfach prüfen können müssen, ob die behauptete Forderung überhaupt berechtigt ist. Der Verband schlägt ein verbindliches Muster für die Darstellung der Pflichtinformationen vor. Er fordert zudem, die Aufsicht über Inkassounternehmen stärker zu bündeln. Bislang liegt die Aufsicht bei 58 Amts- beziehungsweise Landgerichten. Um zielgerichtet auf Beschwerden reagieren zu können, fordert der vzbv, die Zahl der Aufsichtsbehörden zumindest auf eine je Bundesland zu verringern. Noch effektiver könnte eine zentrale Bundesaufsichtsbehörde sein, da Inkassounternehmen meist bundesweit tätig seien. Darüber hinaus sollte die Höhe von Inkassokosten verbindlich geregelt werden, um willkürliche und überhöhte Gebührenforderungen zu verhindern.

Zur Untersuchung

Die Verbraucherzentralen haben vom 1. Mai bis 31. August 2015 insgesamt 1.413 Verbraucherbeschwerden zu Inkassodiensten erfasst und ausgewertet. Die bundesweite Aktion fand im Rahmen des Projekts Wirtschaftlicher Verbraucherschutz statt, das vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert wird.

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