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07.08.2012 > Onlinemeldung

Strompreise in Gefahr – Schuld hat die EEG-Umlage

Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Befürchtungen werden immer realer: Es ist mit einem deutlichen Anstieg der Strompreise zu rechnen. Der vzbv fordert daher, kurzfristig Ausgleichsmechanismen zu schaffen, um die Kostenbelastung durch den Strompreis zu begrenzen. Es muss sichergestellt werden, dass Energie für alle Verbraucher bezahlbar bleibt. Dafür muss auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden.

Es wird immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen. Für diesen Strom wird eine Einspeisevergütung aus der EEG-Umlage gezahlt. Je mehr grüner Strom eingespeist wird, umso höher ist diese Summe. Deshalb rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg der Umlage: Im kommenden Jahr könnte sie über 5 Cent/ kWh betragen - eine Steigerung von fast 50 Prozent. Um den Strompreis nicht derartig hochschnellen zu lassen, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Reduzierung der Strom- oder der Mehrwertsteuer
    Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Allein 45 Prozent des Strompreises sind Steuern oder Abgaben. Da die Höhe der EEG-Umlage so kurzfristig nicht mehr gedeckelt werden kann, sollte der Staat kompensierende Maßnahmen ergreifen. Die Bundesregierung könnte zum Beispiel die Stromsteuer streichen, die 2 Cent/ kWh beträgt. Eine andere Möglichkeit wäre, den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf sieben Prozent zu reduzieren.
  2. Kosten gerechter verteilen
    Eine Vielzahl von Unternehmen und Industriebetrieben sind von verschiedenen Preisbestandteilen befreit. Bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten müssen diese Kosten dann von allen anderen Endkunden getragen werden. In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Wildwuchs an Ausnahmen - diese müssen auf ihre Wirksamkeit und Anreizwirkung überprüft werden. Unternehmen sollten nachweisen müssen, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit tatsächlich gefährdet ist.
  3. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss grundsätzlich reformiert werden
    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat dazu beigetragen, die Erneuerbaren Energien aus der Nische zu holen. Jetzt geht es darum, den Ausbau kosteneffizient weiterzuführen und einen einheitlichen Energiemarkt zu schaffen. Die Anlagenbetreiber werden in Zukunft höhere Risiken tragen müssen und sich am Markt orientieren. Vorstellbar wäre ein Bonusmodell, ähnlich des Systems in Dänemark, in dem der Bonus analog zur Höhe des Börsenpreises sinkt.