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04.09.2015 > Onlinemeldung

Schulstart mit Verbraucherbildung

vzbv fordert Qualitätsoffensive für Verbraucherbildung
Quelle: 
contrastwerkstatt - fotolia.com

Im Schuljahr 2015/16 steht Verbraucherbildung immer häufiger auf dem Stundenplan. In mehr als einem halben Dutzend Bundesländern lernen Schülerinnen und Schüler die Tücken des Konsumalltags kennen und meistern. Eine Pflicht zur Verbraucherbildung gibt es jedoch nicht. Entsprechende Aus- und Fortbildungen für Lehrkräfte sind ebenfalls Mangelware. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) macht sich dafür stark, dass Verbraucherbildung bundesweit in allen Schulformen auf den Lehrplan kommt und prüfungsrelevant wird. „Niemand darf die Schule ohne belastbare Konsum- und Alltagskompetenzen verlassen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz von 2013 und der Verbraucherschutzministerkonferenz von 2014 zur Stärkung von Verbraucherbildung zeigen eindeutig in diese Richtung. Noch werden sie aber nicht überall umgesetzt.

Für mehr Verbraucherbildung machte sich zuletzt Johanna Wanka stark, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Im Sommer sagte sie  gegenüber der ‚Bild am Sonntag‘: „Das Fach ‚Alltagswissen‘ fände ich gut. Dort können Schülerinnen und Schüler Dinge lernen, die für ihr praktisches Leben wichtig sind.“

Qualitätsoffensive für Verbraucherbildung

Der Umgang mit Geld, der Datenschutz in sozialen Netzwerken, vegan, fleischlos oder halal und koscher, wer den Teppich in Indien knüpft oder wie Ressourcen und Klima geschont werden können – das sind Themen für die sich junge Menschen interessieren und mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden.

Auf die Lehrkräfte kommt es an. Sie müssen diese Themen kompetent in den Unterricht einbringen können. Der vzbv fordert deshalb eine bundesweite Qualitätsoffensive für Verbraucherbildung. „Lehrkräfte müssen systematisch fortgebildet werden, um ihren Schülerinnen und Schülern das Konsum-ABC vermitteln zu können. Sie brauchen qualitativ hochwertige, geprüfte Unterrichtsmaterialien, mit denen sie den Unterricht gestalten können“, so Klaus Müller.

Nachhaltiger Konsum, Digitales, Finanzen und Ernährung

Kinder und Jugendliche verfügen über eine wachsende Kaufkraft und sind für die Wirtschaft eine wichtige Zielgruppe. Welche Rechte sie gegenüber Unternehmen haben, unter welchen Bedingungen das, was sie kaufen, hergestellt wird oder welchen digitalen Fingerabdruck sie hinterlassen, wissen sie häufig nicht. Die Folgen können gravierend sein: Immer mehr junge Leute rutschen in die Schuldenfalle. Auch wer sich beim Schutz der eigenen Daten, mit Persönlichkeits- oder Urheberrechten nicht auskennt, kann in die Klemme kommen.

Schule kann helfen, dass Kinder und Jugendliche lernen, ihr Konsumverhalten zu reflektieren, Werbebotschaften zu durchschauen, Lebensmittel, Konsumgüter oder Finanzprodukte kritischer zu beurteilen. Verantwortungsbewusster Konsum ist möglich. Schule muss dazu beitragen.

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