Skip to content Skip to navigation

01.02.2013 > Onlinemeldung

Präventionsgesetz: Späte Einsicht ohne Aussicht auf Erfolg

Gesetzesentwurf droht im Bundesrat zu scheitern
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung von Gesundheitsminister Daniel Bahr hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Prävention vorgelegt. Die eilig zusammengestellten Maßnahmen zeigen wenig Gespür für die Komplexität der gesamtgesellschaftlich anzugehenden Aufgabe und konzentrieren sich zu sehr auf Akteure wie Krankenkassen und Ärzte. Der späte Aufschlag wird im Bundesrat vermutlich aufgehalten; die SPD hat Widerspruch angekündigt. Bereits in den zwei vorangegangenen Legislaturperioden waren die Entwürfe für ein Präventionsgesetz gescheitert.

Die neue Bundesregierung sollte das Thema Prävention auf eine höhere Priorität setzen, fordert die gesundheitspolitische Referentin des vzbv, Susanne Mauersberg. Deutlich mehr Augenmerk müsse dabei auf einen geeigneten Zugang zu sozial Schwachen, Kindern und Migranten gelegt werden, die mit reinen Aufklärungsangeboten nicht erreicht werden können.

Motivation der Menschen stärken

Der aktuelle Regierungsentwurf stärkt die Bedeutung von Ärzten, die Empfehlungen für bestimmte Präventionsangebote gegenüber den Krankenkassen aussprechen sollen. „Ob Ärzte im gegenwärtigen System die Rolle der Gesundheitsberater angemessen ausfüllen können, darf aber bezweifelt werden“, sagt Susanne Mauersberg. Bei der Prävention kommt es entscheidend darauf an, die Motivation der Menschen zu stärken. Soziale Anreize sollten gegenüber finanziellen Anreizen in Gestalt von Bonusregelungen nicht zu kurz kommen.

Auch Vorsorge kann negative Gesundheitsfolgen haben. Falsche Befunde bei der Krebsdiagnostik zum Beispiel stellen eine große psychische Belastung für die Betroffenen dar. Die naive Annahme, Geld ließe sich durch bessere Prävention schnell einsparen, müss durch eine realistischere Einschätzung ersetzt werden, so Mauersberg.