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02.02.2016 > Onlinemeldung

Neues Energielabel: EU-Parlament stellt Verbraucherinformation in den Mittelpunkt

vzbv begrüßt Vorschläge zur Überarbeitung des Energielabels
Quelle: 
mpanch - fotolia.com
  • EU überarbeitet das Energielabel für Elektrogeräte.
  • Berichtsentwurf des EU-Parlaments bietet viele gute Vorschläge.
  • vzbv fordert einheitliches und aussagekräftiges Energielabel.

Das EU-Energielabel bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern aktuell nur bedingt eine gute Orientierungshilfe beim Kauf von Elektrogeräten. Zu unterschiedlich sind die Skalen und Bewertungsklassen: So stellt A+ die schlechteste Effizienzklasse bei neuen Waschmaschinen dar, allerdings denken viele Verbraucher, dass A+ eine sehr gute Effizienzklasse sei. Dass sich die Situation für Verbraucher bald ändert, darauf lässt der erste Bericht des EU-Parlaments zur Überarbeitung des Energielabels hoffen.

„Wir begrüßen den Vorschlag von EU-Berichterstatter Tamburrano, der die Verbraucherinformation in den Mittelpunkt stellt. Wenn die Vorschläge in dieser Form durch das Gesetzgebungsverfahren kommen, wäre es ein sehr erfreuliches Ergebnis für Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagt Johanna Kardel, Referentin im Team Energie und Bauen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Einheitliches EU-Energielabel

Der Bericht sieht einen dreistufigen Ansatz vor, der sich in vielen Punkten mit den Forderungen des vzbv deckt.

Die bestehenden Skalen sollen überarbeitet und vereinheitlicht werden. Auch der vzbv fordert ein einheitliches und aussagekräftiges Label mit einer Skala von A-G, das für alle Produkte gelten soll. Die Label von Produkten, die sich bereits im Handel befinden, müssten dabei zwingend angepasst werden. Ansonsten wäre Verwirrung auf Verbraucherseite vorprogrammiert und eine vorsätzliche Täuschung würde erleichtert.

Eine zentrale Datenbank soll alle öffentlichen Informationen zum Energielabel bündeln, um den zuständigen Marktüberwachungsbehörden den Austausch zu erleichtern. Das EU-Parlament baut die Anwendungsmöglichkeiten sogar noch aus. So könnte die Datenbank auch genutzt werden, um Verbrauchern zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Auch fordert der vzbv mehr Marktüberwachung, um das Vertrauen der Verbraucher in das Energielabel nicht zu gefährden. Dazu macht der Berichtsentwurf des EU-Parlaments ebenfalls zielführende Vorschläge. Das Parlament will in Zukunft die Öffentlichkeit über Produkte, die die Vorgaben nicht einhalten, informieren und gegebenenfalls einen Rückruf starten.

EU überarbeit Energielabel

Der Ministerrat hat seinen Textentwurf bereits im Dezember 2015 verabschiedet. Das EU-Parlament plant, den Berichtsentwurf bis Ende Mai 2016 zu beschließen. Geplant ist, dass das Gesetz zum 1. Januar 2017 in Kraft tritt.

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