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27.11.2015 > Onlinemeldung

Mehr Tempo für ein besseres Energielabel

EU-Ministerrat legt Position zur Energielabel-Verordnung vor
Quelle: 
NicoElNino - fotolia.com

Das EU-Energielabel wird zurzeit überarbeitet. Am 26. November 2015 hat der EU-Ministerrat seine Position zur neuen Energielabel-Verordnung vorgelegt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) befürchtet, dass es zu lange dauern wird, bis die Neuerungen umgesetzt werden. Er fordert EU-Parlament und EU-Ministerrat auf, so schnell wie möglich einfache und gute Informationen für Verbraucher zu schaffen.

Mehr als 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher kennen das Energielabel und berücksichtigen es bei ihren Kaufentscheidungen. Allerdings verliert das Energielabel zunehmend an Aussagekraft und muss dringend überarbeitet werden. Es gibt zu viele unterschiedliche Regeln und zu viele Abstufungen. Es fehlt an verlässlichen Informationen: So wissen laut einer Umfrage des vzbv vom März 2015 nur 12 Prozent der Verbraucher, dass es sich bei einer A+-Waschmaschine um das schlechteste am Markt verfügbare Produkt handelt. Mehr als drei Viertel meinen, dass eine Waschmaschine der Klasse A+ ein sehr energiesparendes Haushaltsgerät sei.

„EU-Ministerrat und Europäisches Parlament müssen jetzt an einem Strang ziehen, damit sich die Situation für Verbraucher verbessert. Der Label-Dschungel muss so schnell wie möglich gelichtet werden“, sagt Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv. Der vzbv begrüßt, dass es in Zukunft nur noch die einheitliche Abstufung A-G beim Energielabel geben soll.

Schummel-Label sollen verboten werden

Der Handel soll verpflichtet werden, auch die Produkte neu auszuzeichnen, die noch alte Energielabel tragen. „Das ist wichtig, um Verbrauchertäuschung zu verhindern. Der Sinn des Labels ist es, Verbraucher zu informieren. Die Interessen der Hersteller und Händler müssen sich diesem Anspruch unterordnen“, so Streese.

Neu ist auch das Verbot von Produkten, bei deren Prüfung geschummelt wurde. Dafür muss aber auch eine stärkere Marktüberwachung geschaffen werden.

Erheblichen Nachholbedarf sieht der vzbv beim Zeitplan des EU-Ministerrats. Der sieht vor, dass die Arbeit an einem neuen Label startet, wenn 30 Prozent der Produkte in der obersten Effizienzklasse sind. Das würde bedeuten, dass mit dem Inkrafttreten der Verordnung erst einmal nur Waschmaschinen ein neues Label bekämen. Alle anderen Produkte blieben in den nächsten Jahren mit dem alten Label auf den Markt. Hier ist ein Mechanismus nötig, der möglichst schnell für Einheitlichkeit sorgt.

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