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14.02.2014 > Onlinemeldung

Mehr Marktüberwachung für Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung

Das Projekt "MarktChecker"stellt sich vor
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Viele Verbraucher achten beim Kauf elektrischer Geräte vermehrt auf den Strom- und Wasserverbrauch. Mehr als 80 Prozent der deutschen Verbraucher kennt das Energielabel und berücksichtigt es bei Kaufentscheidungen. Dennoch ist die Kennzeichnung im Handel und Online häufig mangelhaft. Auch können Verbraucher sich nicht immer darauf verlassen, dass die Angaben zum Energieverbrauch der Wirklichkeit entsprechen. Das Projekt „MarktChecker“ des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)setzt sich gemeinsam mit 15 Umwelt- und Verbraucherverbänden aus ganz Europa für mehr Marktüberwachung von Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung ein.

 

Schon seit langem versucht die EU, über die Kennzeichnung des Energieverbrauchs und Mindeststandards für Energieeffizienz besonders sparsame Haushaltsgeräte zu fördern. Dabei ist es ein Problem, dass die Angaben der Eigenverantwortung der Hersteller unterliegen. Die auf Ebene der Bundesländer organisierte Marktüberwachung nimmt lediglich Stichproben und deckt damit nur einen Bruchteil der elektrischen Geräte ab, die unter die Ökpdesign-Richtlinie und Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung fallen.

Regelverstöße zu Lasten der Verbraucher

Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gravierende Verstöße gegeben. Wissentlich oder auch unwissentlich wurden Werte gefälscht, schlechte Kennzahlen vertuscht oder Kennzeichnungen des Energieverbrauchs nicht angebracht – zulasten der Verbraucher und regelkonformen Unternehmen. Der so verursachte Schaden ist immens. Es wird angenommen, dass bis zu ein Fünftel aller versprochenen Energieeinsparungen aufgrund von mangelhaften Produkten gleich wieder verloren geht.

MarktChecker als Teil einer europäischen Kampagne

MarktChecker ist die deutsche Kampagne des EU-Projekts MarketWatch und wird in Deutschland durch den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) getragen. Insgesamt haben sich sechzehn zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Europa im MarketWatch-Projekt zusammengeschlossen. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird das Projekt durch das Programm „Intelligente Energie – Europa“ der Europäischen Union kofinanziert.

Marktüberwachung durch Stichproben

Die 16 Projektpartner werden pro Jahr 110 Einzelhändler und 110 Online-Händler auf ihre Konformität mit der Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesign überprüfen. Bei durchschnittlich 10 Modellen pro Produktklasse und Händler macht das mehr als 25.000 geprüfte Produkte am Ende des Projekts. Im nächsten Schritt werden die Produkte im Labor getestet. Mehr als 120 Geräte werden bis zum Ende des Projekts im April 2016 auf Herz und Nieren getestet

Wer negativ auffällt, weil Produkte fehlerhaft oder gar nicht gelabelt sind oder falsche Angaben gemacht hat, wird unter besondere Beobachtung gestellt und in ein mehrstufiges Eskalationsverfahren aufgenommen. Dabei setzt Markt-Checker auf die Kooperationsbereitschaft der Hersteller und Händler und wenn nötig auf den Druck der Öffentlichkeit. Auch werden die Beobachtungen an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

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