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16.05.2013 > Onlinemeldung

Kennzeichnung von Lebensmitteln oft missverständlich

Ergebnisbericht zum Projekt „Lebensmittelklarheit“ warnt vor Vertrauensverlust der Verbraucher
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Auf der Fruchtsaft-Verpackung prangen Himbeeren und Maracujas – tatsächlich aber handelt es sich hauptsächlich um Apfelsaft mit nur geringen Anteilen der abgebildeten Früchte. Für Verbraucher sind solche Produktaufmachungen missverständlich. Wie leicht die Angaben auf Lebensmittelverpackungen falsch zu deuten sind, zeigt die vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) beauftragte repräsentative Studie „Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln aus Sicht der Verbraucher“, deren Ergebnisbericht jetzt vorliegt.

Die im Januar 2013 veröffentlichte Studie ist Teil der begleitenden Verbraucherforschung zum Projekt „Lebensmittelklarheit“, das der vzbv und die Verbraucherzentralen gemeinsam betreiben. Die Agrifood Consulting GmbH hatte für die Studie insgesamt 1.021 Verbraucher zur Aufmachung von Lebensmitteln befragt. Das Ergebnis bestätigt, was die Verbrauchermeldungen im Internetportal Lebensmittelklarheit.de nahelegen: Die Konsumenten missverstehen die Angaben häufig und verlieren auch deshalb immer stärker das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie. 

Drei Viertel aller Verbraucher glauben, dass Verpackungsangaben die jeweiligen Produkte oft besser darstellen als sie tatsächlich sind. 72 Prozent befürchten, dass die Hersteller bei den Angaben tricksen. Und mehr als die Hälfte aller Verbraucher ärgern sich, dass wichtige Angaben nicht vorne auf der Verpackung stehen.

„Dieser Vertrauensverlust ist nicht nur für die Verbraucher ein gravierendes Problem, sondern auch für die Lebensmittelindustrie“, sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen. „Die Hersteller müssen jetzt handeln und ihre Angaben klarer gestalten.“

Ein zentrales Problem: Die Vielfalt an Siegeln und Labeln verwirrt viele Verbraucher, statt ihnen zu helfen. Was genau es bedeutet, wenn Produkte als „regional“ oder „frei von Geschmacksverstärkern“ beworben werden, ist ihnen oft unbekannt. Generell interpretieren viele Verbraucher solche Bezeichnungen wesentlich strenger als die Hersteller. 

Und selbst Produktnamen sind teilweise missverständlich. So verstehen 73 Prozent der Befragten unter der Bezeichnung „Geflügelwurst, dass diese ausschließlich aus Geflügelfleisch besteht. Tatsächlich aber wird für viele Sorten auch Schweinefleisch verarbeitet. Auch zahlreiche andere Lebensmittel enthalten Zutaten , die im Produktnamen nicht zu erkennen sind.

Der vzbv hat deshalb Vorschläge erarbeitet, die Verbraucher besser vor irreführenden Kennzeichnungen schützen sollen. Diese finden Sie im Download-Bereich unter dem Titel „Klartext für Lebensmittel - Verbraucherpolitische Forderungen“.

Hintergrund:

Das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de ist ein Projekt der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Die Umsetzung des Projekts erfolgt durch den vzbv und die Verbraucherzentrale Hessen. 

www.lebensmittelklarheit.de bietet Informationen rund um die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln. Das Portal gibt Verbrauchern, die sich durch die Aufmachung von Produkten oder die Werbung dafür getäuscht fühlen, Informationen zur Kennzeichnung, beantwortet Fragen zu konkreten Produkten und bietet Raum für Diskussionen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen der Initiative "Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln" finanziell gefördert.

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