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19.05.2015 > Onlinemeldung

Keine Vernebelung bei Gentechnik-Kennzeichnung

Unterschiede der gentechnischen Verfahren berücksichtigen
Quelle: 
Blickfang - fotolia.com

Eine Petition der industrienahen Organisation „Forum Grüne Vernunft“ fordert die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, alle Produkte zu kennzeichnen, die auch nur ganz entfernt mit gentechnischen Verfahren in Berührung gekommen sind. Für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) trägt eine solche Pauschalisierung zur Verwirrung der Verbraucher bei. Stattdessen bedarf es einer differenzierten Kennzeichnung, mit der Verbraucher schnell entscheiden können, ob etwa ein Lebensmittel gentechnische Zutaten enthält oder nicht.

Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) haben Verbraucherinnen und Verbraucher ein Recht zu wissen, ob und in welchem Ausmaß ein Produkt Gentechnik enthält. „Eine Gleichmacherei bei der Kennzeichnung lehnen wir ab, weil sie eine Vernebelung darstellt und eine Unterscheidung unmöglich macht“, sagt Ingmar Streese, Geschäftsbereichsleiter für Verbraucherpolitik beim vzbv.

Kennzeichnung muss Unterschiede berücksichtigten

Manche Produkte enthalten real gentechnische Bestandteile, etwa wenn Sojaöl aus GVO-Soja hergestellt wurde. Andere Produkte enthalten lediglich Vitamine oder andere Inhaltsstoffe, die zwar mit gentechnischen Verfahren hergestellt wurden, aber keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Neben dieser Agro-Gentechnik gibt es auch Gentechnik in geschlossenen Systemen, etwas in der Medizin oder in der chemischen Industrie.

„Eine Kennzeichnung muss diese Unterschiede berücksichtigten, etwa durch farbige Kennzeichen plus entsprechenden Erläuterungen, oder durch die „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung von gentechnik-freien Lebensmitteln“, so Streese.

Die große Mehrheit der Verbraucher lehnt Gentechnik auf dem Acker und in der Tierhaltung ab, deswegen ist eine differenzierte Kennzeichnung umso wichtiger.