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15.04.2015 > Onlinemeldung

Google muss Transparenz für Verbraucher herstellen

vzbv begrüßt Fortsetzung des EU-Wettbewerbsverfahrens
Quelle: 
Hebi65 - pixabay.com ( CC0 Public Domain)

Die Europäische Kommission hat angekündigt, gegen Google eine Beschwerde wegen Missbrauchs seiner beherrschenden Stellung einzulegen. Nach Einschätzung der Kommission bevorzuge Google bei seiner Suchmaschine eigene Dienste und schade damit den Verbrauchern. Die bisher von Google vorgebrachten Vorschläge reichten der Kommission nicht aus, um einen fairen Wettbewerb herzustellen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unterstützt die Entscheidung der EU-Kommission, das Verfahren fortzusetzen. „Verbraucher vertrauen darauf, dass Suchmaschinen wie Google die relevantesten Ergebnisse anzeigen. Damit Verbraucher eine informierte Wahl treffen können, müssen alle Ergebnisse nach transparenten Standards und Prinzipien bewertet und präsentiert werden“, sagt Lenz Queckenstedt, Leiter Team Digitales beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Auch begrüßt der vzbv die Ankündigung der Kommission, zu untersuchen, ob Google seine Marktmacht beim Smartphone-Betriebssystem Android missbraucht, um eigenen Apps einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Verbraucherorganisationen BEUC begleitet das Verfahren

Im Jahr 2010 hat die Europäische Kommission ein Prüfverfahren wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung gegen Google eingeleitet. Mehrere Unternehmen hatten sich darüber beschwert, dass Google bei seiner allgemeinen Suchmaschine eigene Dienste wie Google Flight oder Google Shopping in verwandten Suchmärkten bevorzugt anzeigt.

Der europäische Dachverband der Verbraucherorganisationen BEUC, dessen Mitglied auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist, begleitet das Verfahren seit den Anfängen und ist seit April 2013 als offizielle Partei an dem Verfahren auf Klägerseite beteiligt.

EU-Kommission lehnt Googles Vergleichsvorschläge ab

Um das Verfahren zu beenden, hatte Google der EU-Kommission angeboten, stets drei Konkurrenten gleichwertig mit eigenen Angeboten auf seiner Suchseite zu präsentieren. Welche drei das jeweils sind, sollte durch ein Auktionsverfahren entschieden werden. Zudem wollte Google eigene Angebote klarer kennzeichnen.

Am 15. April 2015 gab EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bekannt, dass diese Vergleichsvorschläge nicht ausreichen und das Verfahren fortzusetzen. Konkret vertritt die Kommission die Ansicht, dass Google seine Marktmacht missbraucht habe, indem es Ergebnisse seines eigenen Google Shopping Dienstes bevorzugt behandelt und damit dem Wettbewerb und den Verbrauchern geschadet habe. Weiterhin will die Kommission untersuchen, ob Google weitere eigene Dienste (Hotel Finder, Google Flight, Google Maps) bevorzugt behandelt.

Der Vorschlag von Google, dass Konkurrenten in vertikalen Märkten einen Preis für ihre Sichtbarkeit zahlen müssen, hätte das Gegenteil bewirkt: Es hätte für Google den Anreiz geschaffen, Links zu den Konkurrenten zu setzen, die bereit wären, am meisten zu zahlen und nicht zu denen, die die günstigsten oder relevantesten Ergebnisse in Bezug auf die Suchanfrage des Verbrauchers liefern. Deshalb hätte das Auktionsverfahren zu höheren Verbraucherpreisen führen können. Wenn Unternehmen erst einmal zahlen müssen, um in der Google-Suche angezeigt zu werden, besteht ein hohes Risiko, dass sie nicht mehr ihre günstigsten Angebote prominent anzeigen, sondern solche, die den größten Umsatz sichern.

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