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12.12.2014 > Onlinemeldung

Bund und Länder einigen sich zur steuerlichen Förderung von Gebäudesanierung

Sanierungbedürftiges Haus
vzbv lehnt Gegenfinanzierung durch Verbraucher ab
Quelle: 
Fotolia.com - Juergen Faelchle

Bis Ende Februar 2015 wollen Bund und Länder sich auf steuerliche Abschreibungen der Gebäudesanierung einigen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) lehnt aber die Kompensation über die verringerte Abschreibung für Handwerkerleistungen ab.

Bund und Länder haben sich über die Gestaltung der steuerlichen Abschreibung der Gebäudesanierung geeinigt und eine Arbeitsgruppe zur Klärung der Finanzierung eingesetzt.

„Bund und Länder müssen sich nun schnell über die Finanzierung einigen. Wir brauchen stärkere Anreize für mehr Energieeffizienz. Die Förderung von steuerlichen Abschreibungen bedeutet: energetische Gebäudesanierung lohnt sich, sowohl für das Klima wie für das Portemonnaie“, so vzbv-Vorstand Klaus Müller. Bei der Ausgestaltung dürfe es keine falschen Kompromisse geben. Ansonsten werde die Bundesregierung ihr Effizienzzielin der Klimapolitik verfehlen.

Der Hintergrund: Anfang Dezember 2014 hatte die Bundesregierung im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung beschlossen. Sie ist ein wichtiger Anreiz für eine Steigerung der Energieeffizienz – also Einsparungen beim Verbrauch. Dafür will die Bundesregierung eine Milliarde Euro pro Jahr bereitstellen. Damit die Länder dem Vorhaben zustimmen, muss ihr Einnahmeausfall kompensiert werden.

Der vzbv begrüßt steuerliche Anreize bei der Gebäudesanierung für mehr Energieeffizienz. Allerdings dürfe dafür nicht an anderer Stelle bei den Verbrauchern gespart werden. Eine Gegenfinanzierung durch die geplante Beschränkung der absetzbaren Handwerkerleistungen sei nicht akzeptabel, so Müller. „Eine Finanzierung nach dem Prinzip ‚linke Tasche – rechte Tasche‘ führt am Ziel vorbei, weil sie kleinere Sanierungsbeiträge erschwert. Zudem werden einseitig Immobilienbesitzer gefördert. Mehr Energieeffizienz muss aber für alle bezahlbar sein.

Die Regelung, dass Handwerkerrechnungen nur noch ab 300 Euro abgesetzt werden können, würde jedoch Mieter über die Nebenkostenabrechnung schlechter stellen. Bei der Förderung von Wärmedämmungsmaßnahmen wäre eine sorgfältige Einzelfallprüfung unerlässlich. Diese sollten unabhängige Fachleute vornehmen, die keine kommerziellen Interessen verfolgen. Eine erste Anlaufstelle für eine Beratung ist die Verbraucherzentrale Energieberatung.

Die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden ist der wichtigste Baustein des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz. Dieser sieht vor den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren.

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