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05.05.2014 > Onlinemeldung

Ärzte verweigern Abrechnung von Knochendichtemessung als Kassenleistung

Leistung für gesetzlich Versicherte oft nur auf private Rechnung - Kritik der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Seit 1. Januar 2014 können Ärzte endlich die Knochendichtemessung für bestimmte Risikogruppen mit den gesetzlichen Krankenkassen problemlos abrechnen. Diese Regelung hat die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) im April 2013 mit durchgesetzt.

Aber immer noch haben Patienten bei Ärzten erhebliche Probleme, wenn sie eine Knochendichtemessung auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenversicherung durchführen lassen wollen. Diese Leistung dient dazu, eine Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Betroffene Patientinnen und Patienten erhalten die Messung häufig nur auf eigene Kosten.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert dieses Verhalten von Ärzten nachdrücklich: „Ärzte verstoßen gegen ihre Pflichten, wenn sie ihre Patienten zur Inanspruchnahme einer privatärztlichen Leistung drängen. Noch gravierender ist ein solches Fehlverhalten, wenn gleichzeitig Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung verweigert werden, auf die Patientinnen und Patienten einen Anspruch haben“, erläutert Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit beim vzbv.

Aber vielen Medizinern reicht das vereinbarte Honorar für diese Leistung offenbar nicht aus. Patienten beschweren sich, weil sie in der Arztpraxis die Information erhalten haben, dass sie diese Leistung privat zu bezahlen hätten.

Einige Ärzte haben sogar die Genehmigungen für die Messgeräte an die Kassenärztlichen Vereinigungen zurückgegeben, damit sie, in Ermangelung dieser Qualitätsvorgabe, nicht mit den Krankenkassen abrechnen können. So können sie dann ihren Patienten sogar wahrheitsgemäß mitteilen, sie könnten die Leistung nur privat abrechnen.

Die Patientenvertretung im G-BA

Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung: Deutscher Behindertenrat , Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. und Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) . Die Patientenvertretung im G-BA kann mitberaten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.

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