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Billen: "Verbraucherfreundliche Kennzeichnung des CO2-Ausstoßes muss endlich in die Autohäuser kommen"

Ein Jahr nach dem Start der Umweltprämie am 27. Januar 2009

26.01.2010 - Zum Jahrestag der Umweltprämie drängt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf die Einführung einer verbraucherfreundlichen Energiekennzeichnung für Pkw. "Die Verbraucher müssen auf einen Blick erkennen können, ob ihr Wunsch-Auto ein Spritsparer oder Spritfresser mit hoher Klimabelastung ist", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen am Dienstag und kritisierte: "Seit Jahren diskutieren Bundesregierung und EU über die Angaben. Jetzt muss endlich eine einheitliche und verständliche Kennzeichnung kommen."

Zum 27. Januar 2009 trat die Umweltprämie - auch als "Abwrackprämie" bekannt - in Kraft. Wer sein über neun Jahre altes Auto verschrotten ließ, bekam beim Kauf eines Neuwagens 2.500 Euro dazu. Wegen der starken Nachfrage erhöhte die Bundesregierung die Fördersumme auf fünf Milliarden Euro. Sie war für zwei Millionen Anträge berechnet, am 3. November 2009 war der Fördertopf ausgeschöpft.

Eine Untersuchung des Centrums für Evaluation (CEval) im Auftrag des vzbv fand heraus, dass bei dem von der Umweltprämie ausgelösten Wechsel von alten auf neue Wagen die CO2-Emission im Schnitt um sieben Prozent sank - von 166 Gramm CO2 je Kilometer auf 154 Gramm. In der "VCD Auto-Umweltliste 2009/2010" beträgt der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Top Ten in der Kompaktklasse 116 g/km. Bei 78 Prozent der zwischen Januar und Juni 2009 verkauften Pkw dieser Klasse lag er bei mindestens 140 g/km, 29 Prozent der Autos wiesen sogar einen Verbrauch von über 160 g/km aus.

"Die Prämie hatte zwar einige positive Auswirkungen auf den Klimaschutz, weil ein Teil des älteren Fahrzeugbestands verschrottet und durch Kleinwagen mit geringerer Klimabelastung ersetzt wurden", sagte Gerd Billen. "Mit einer ökologischen Lenkungswirkung unter dem Motto 'fördern und fordern" hätte die CO2-Einsparung jedoch stärker ausfallen können. Jetzt muss die Politik endlich handeln und im Sinne der Verbraucher und fürs Klima eine verständliche Kennzeichnung für Neuwagen einführen."

Der vzbv tritt für eine Pkw-Vergleichskennzeichnung wie bei Kühlschränken ein, bei der Verbraucher auf einer Farbskala sofort erkennen können, in welche Verbrauchsklasse ein Pkw fällt. Großbritannien und Dänemark etwa wenden die Kennzeichnung bereits an.

für mich. für dich. fürs klima. ist ein Bündnis des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen der Bundesländer, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.

Fotos der Vergleichskennzeichnung unter www.verbraucherfuersklima.de

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