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ISO 26000 auf einen Blick

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ISO 26.000: Wissen, was Verantwortung heißt

Norm soll verbindliches Vokabular für nachhaltiges Wirtschaften festlegen - doch es regt sich Widerstand

25.01.2010 - Einen zuverlässigen Orientierungsrahmen für nachhaltiges Wirtschaften soll die internationale Norm ISO 26.000 schaffen. Der Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) ruft alle beteiligten Akteure auf, dem aktuellen Entwurf Mitte Februar zuzustimmen. Zuletzt hatten Vertreter größerer Wirtschaftsverbände die Norm wieder grundsätzlich in Frage gestellt. "Verbraucher wollen wissen, was Unternehmen meinen, wenn sie sich als verantwortlich bezeichnen. Dafür schafft die Norm erstmals ein klares und weltweit einheitliches Vokabular", so Vorstand Gerd Billen.

Seit 2005 ringen Hunderte Vertreter von Industrie, NGOs, Regierungen und Verbraucherorganisationen über den Wortlaut einer weltweit gültigen Norm, die definiert, wofür Unternehmen und andere Organisationen Verantwortung in der Gesellschaft tragen.

Ende 2010 soll die internationale Richtlinie in den Praxistest gehen. Hierfür müssten die an der Normentwicklung beteiligten Akteure Mitte Februar den aktuellen Entwurf verabschieden und damit die letzte Arbeitsrunde einläuten. Doch kurz vor der Abstimmung werden plötzlich fundamentale Bedenken laut: Die Norm sei zu lang, zu unverständlich, nicht konkret genug, dem Prozess fehle die Legitimation. Dabei gründet dieser auf einer möglichst breiten Beteiligung gesellschaftlicher Interessengruppen. Entscheidungen werden nur im Konsens gefällt.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht in der ISO 26.000 einen entscheidenden Beitrag, um die vielfältigen Diskussionen um nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften auf einen Nenner zu bringen. "Verbraucher wissen oft nicht, welchen Aussagen sie trauen können. Wenn Unternehmen sich künftig in ihrer Kommunikation auf die Norm stützen, können Verbraucher endlich klare Entscheidungen für nachhaltigen Konsum treffen", ist Billen überzeugt.

Mehr Informationen im Dokumentendownload rechts auf der Seite:

  • Hintergrundpapier: Warum wir die ISO 26.000 jetzt brauchen - auch wenn sie nicht perfekt ist


  • ISO 26.000 auf einen Blick

  • Was ist die ISO 26.000?
    Die Richtlinie und internationale Norm ISO 26000 soll Organisationen - also nicht nur Unternehmen - bei der Entwicklung, Umsetzung und Verbesserung bestehender Instrumente für gesellschaftliche Verantwortung (SR, Social Responsibility) unterstützen. Der Leitfaden beruht auf Freiwilligkeit und beschreibt kein SR-Managementsystem. Somit kann er auch nicht zur Prüfung und Zertifizierung der SR-Leistungen einer Organisation herangezogen werden. Bereits etablierte Grundsätze und Standards der Vereinten Nationen, der OECD oder der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden als Basis herangezogen.
    In einem der zentralen Kapitel werden die grundlegenden Prinzipien gesellschaftlicher Verantwortung vorgestellt. Hierzu zählen Rechenschaftspflicht, Transparenz, ethisches Verhalten, wie auch die Achtung der Interessen der Anspruchsgruppen, die Achtung der Rechtsstaatlichkeit, die Achtung internationaler Verhaltensstandards und Menschenrechte. Konkretisiert werden diese Prinzipien durch die Benennung von sieben Kernthemen, in denen sich jede Organisation prüfen und aufstellen muss: Kernthemen sind laut ISO 26000 Definition:
    1. Verantwortungsvolle Unternehmensführung
    2. Wahrung der Menschenrechte
    3. gerechte Arbeitsbedingungen
    4. Schutz der Umwelt
    5. faire Handlungsweisen und Umgangsformen
    6. Schutz des Verbrauchers
    7. Einbindung und Entwicklung des regionalen Umfeldes.

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