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Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - vzbv

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Lebenswirklichkeit von Familien in Deutschland (SowiTra) 2009

Programm Deutscher Verbrauchertag 2009

Rede von Gerd Billen, vzbv-Vorstand, auf Verbrauchertag

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www.verbrauchertag.de

Live-Gezwitscher auf twitter.com/verbrauchertag

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Gerd Billen O-Ton 1 Familien sind überfordert 38 sec ( 0.62 MByte)
Gerd Billen O-Ton 2 Wie wirkt Verbraucherpolitik auf Familien? 58 sec ( 0.94 MByte)
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Deutscher Verbrauchertag 2009: Mehr Familie in die Verbraucherpolitik

Neue Regeln nicht nur für den Finanzmarkt - Familien fördern statt fordern

12.05.2009 - Eine Fokussierung auf die Bedürfnisse und Interessen der Familien fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zum Deutschen Verbrauchertag 2009. In Anwesenheit der Bundeskanzlerin diskutieren im ehemaligen Tempelhofer Flughafen 500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Rahmenbedingungen, um der zunehmenden Überforderung, Verunsicherung und Übervorteilung von Familien entgegenzuwirken. Das Motto des Verbrauchertages lautet "Mehr Familie in die Verbraucherpolitik - Konsumalltag meistern, Wirtschaft gestalten". Alles Wissenswerte unter www.verbrauchertag.de. Live-Eindrücke von der Veranstaltung unter www.twitter.com/verbrauchertag.

Familien als Vollzeit-Verbraucher
24 Millionen Familien in Deutschland stehen täglich vor einer wachsenden Zahl immer komplexer werdender Konsumentscheidungen. Bei rund 2.600 Anbietern von Telekommunikationsdiensten, 15.000 Stromtarifen oder 11.000 ambulanten Pflegediensten seien Familien nicht nur gefordert, sondern zunehmend auch überfordert. "Verbraucher sein nimmt für Familien die Dimension eines Vollzeitjobs an", skizziert Billen die Familienlage. Verbraucherfeindliche Marktstrukturen erschweren die Situation. So fehlen etwa im Gesundheitsmarkt Gerechtigkeit und Transparenz, im Energiemarkt Wettbewerb, im Supermarktregal auf einen Blick verständliche Informationen, beim Spielzeugkauf verlässliche Drittprüfungen oder im Finanzmarkt eine effektive Aufsicht. "Viele aus Politik und Wirtschaft haben die Bedürfnisse und Interessen der Familien aus den Augen verloren", kritisiert Billen.

Politik muss sich mit den Familien beschäftigen
Familien erwarten von der Politik ein engagiertes Handeln, damit ihre Interessen gegenüber der Wirtschaft wirksamer durchgesetzt werden. Dies war die klare Botschaft einer repräsentativen Verbraucherbefragung aus dem zurückliegenden Jahr: Die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass sich die Bundesregierung nicht wirkungsvoll für die Verbraucher engagiert, den Parteien sprachen dies fast 60 Prozent der Befragten ab. "Die Politik muss sich damit beschäftigen, wie Verbraucherpolitik auf Familien wirkt, welche Folgen politische Entscheidungen für Familien haben", meint Billen.

Die politischen Rahmenbedingungen müssten so gesetzt werden, dass Familien vor Überforderung und Täuschungen verschont blieben. Ordnungspolitische Leitplanken und Anreizprogramme müssten dafür sorgen, dass Anbieter mehr Verantwortlichkeit gegenüber ihren Konsumenten praktizieren, zum Beispiel: Eine effektive Aufsicht im Finanzmarkt, der Schutz der persönlichen Daten, effektive Kontrollen von Lebensmitteln und Spielzeugen, verständliche Kennzeichnungen oder Transparenz über die Qualität von Pflegeheimen oder Riester-Anlagen. Der Erfolg einer verbraucher- und familienfreundlichen Politik wird sich auch daran messen lassen, ob sie zur finanziellen und zeitlichen Entlastung der Familien beiträgt. Zugleich muss die unabhängige Verbraucherarbeit als zentraler Wirtschaftsakteur gestärkt werden, um Familien sicher durch den Alltag zu lotsen.

Unabhängige Verbraucherberatung als Basisdienstleistung
Derzeit fördern die Bundesländer die Aufgaben der Verbraucherzentralen im Durchschnitt mit lediglich 39 Cent pro Einwohner. Zahlreiche der bundesweit 190 Beratungsstellen sind mit nur einer Beratungskraft besetzt. Die Kapazitäten zur Beratung von Familien in Finanzfragen reichen nur für 55.000 Haushalte der rund 40 Millionen Haushalte pro Jahr aus, was 0,14 Prozent aller Privathaushalte entspricht. "Eine anbieter- und produktunabhängige Verbraucherberatung muss aber für alle Haushalte verfügbar und erreichbar sein", fordert Billen. "Jeder Cent, der in die unabhängige Unterstützung von Familien fließt, spart Zeit, sorgt für mehr Vertrauen und bessere Entscheidungen."

400+ Verbraucherzentrale der Zukunft
Der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentralen stellen ein Konzept mit bundesweit 400 Beratungsstellen und gleicher Ausstattung vor. Damit könnten 20 Prozent der Haushalte jährlich wohnortnah eine Beratung in Anspruch nehmen. Um diese Basisdienstleistung zu ermöglichen, müssten Bund, Länder, Kommunen aber auch die Unternehmen rund 245 Millionen Euro aufbringen, in der Summer also rund 3 Euro pro Kopf. "Sechs Kugeln Eis sollte uns die unabhängige Verbraucherarbeit schon wert sein", meint Billen. Die Investitionen rechnen sich durch den großen individuellen und volkswirtschaftlichen Nutzen in doppelter Hinsicht.

Hintergrund: Der Deutsche Verbrauchertag
Der Deutsche Verbrauchertag 2009 steht unter dem Motto "Mehr Familie in die Verbraucherpolitik - Konsumalltag meistern, Wirtschaft gestalten". Vor zwei Jahren hat der Verbraucherzentrale Bundesverband mit dem ersten Deutschen Verbrauchertag eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Die eines zentralen Forums auf Bundesebene, das die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozesse rückt. Zielgruppe sind Vertreter aus Exekutive, Legislative, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Es war 1967, als die damalige Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände zusammen mit den Verbraucherzentralen, den Frauen- und Hausfrauenorganisationen und den Konsumgenossenschaften zu diesem Zweck die "Woche der Verbraucher" ins Leben rief. Im Zuge des wachsenden Einflusses der europäischen Politik wich sie gut zehn Jahre später dem "Europäischen Verbraucherforum", das bis 1987 Bestand hatte. 20 Jahre später hat der Verbraucherzentrale Bundesverband am 09.07.2007 den Deutschen Verbrauchertag ins Leben gerufen. Verbunden mit der Absicht, ihn alle zwei Jahre zu einem verbraucherpolitischen Thema durchzuführen. Der erste Verbrauchertag stand unter dem Motto "Nachhaltiger Konsum: Verbrauchermacht und Verantwortung".

Hintergrundinformationen (im Dokumentendownload rechts oben auf der Seite:

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