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Frischmilch muss frische Milch bleiben

Verbraucherzentrale Bundesverband fordert gesetzliche Klarstellung und Transparenz an der Kühltheke

30.01.2009 - Schleichenden Etikettenschwindel wirft der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Milchwirtschaft und dem Einzelhandel vor. Industrie und Handel hätten Verbraucher mit zum Teil verwirrenden Bezeichnungen auf Milchpackungen verunsichert. Der vzbv fordert vom Gesetzgeber eine klare gesetzliche Definition von Frischmilch. Diese Bezeichnung sollte dabei der üblichen pasteurisierten Milch vorbehalten bleiben. "Frischmilch muss das sein und bleiben, was es ist - frische Milch", meint Vorstand Gerd Billen. Die Bundesregierung müsse zudem durch geeignete Kennzeichnungen Sorge tragen, dass Verbraucher Frischmilch, H-Milch und ESL-Milch auf einen Blick unterscheiden können. Herkömmliche Frischmilch müsse flächendeckend im Handel, auch bei allen Discountern, erhältlich sein.

Anfang Januar hatte die Verbraucherzentrale Hamburg einen Marktcheck veröffentlicht, wonach zahlreiche Supermärkte - darunter die Discounter Aldi, Lidl und Penny - keine Frischmilch mehr im Angebot haben und stattdessen lediglich H-Milch und so genannte ESL-Milch angeboten werden. ESL (extended shelf live) ist eine Methode, Milch länger haltbar zu machen. Umstritten ist, ob und mit welchen Beeinträchtigungen die Behandlung von Frischmilch durch das ESL-Verfahren verbunden ist. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine rasche Aufklärung der Verbraucher über die Qualitätseigenschaften der ESL-Milch sowie deren ökologische Bilanz im Vergleich zur Frischmilch. Das Bundesverbraucherministerium hat das Max-Rubner-Institut beauftragt, die Unterschiede zwischen herkömmlicher Frischmilch und ESL-Milch genauer zu untersuchen.

Ungeachtet der Klärung der noch offenen Fragen fühlen sich die Verbraucher verschaukelt und getäuscht, wie zahlreiche Mails an die Verbraucherzentralen zeigen. "Stillschweigend wurde ein wertvolles Grundnahrungsmittel verändert und in seiner herkömmlichen Form aus dem Markt gedrängt", so Billen. Es sei nicht auszuschließen, dass einige Verbraucher die Vorteile der längeren Haltbarkeit zu schätzen wissen. "Ich will aber als Verbraucher die Wahlfreiheit haben, mich für frische oder für haltbar gemachte Milch zu entscheiden", kritisiert Billen die fortschreitende Einschränkung des Milchangebotes.

Die Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlicht auf ihrer Webseite eine Übersicht, wo Verbraucher noch Frischmilch finden können: www.vzhh.de

Das Dokument "Was ist ESL-Milch?" finden Sie im Dokumentendownload rechts auf dieser Seite.

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