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Spielzeugrichtlinie: Weiterhin Gefahr in Europas Kinderzimmern

Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert fehlende Prüfung durch unabhängige Stellen

18.12.2008 - In Europa müssen Eltern auch künftig darauf vertrauen, dass Hersteller und Importeure von Spielzeugen die geltenden Sicherheitsstandards beachten. Das Europaparlament verabschiedete heute eine Richtlinie zur Spielzeugsicherheit. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert, dass Produkte nicht durch unabhängige Stellen geprüft werden sollen. "Es gibt keinen Mangel an Vorschriften, sondern an Prüfungen und Kontrollen. Das haben die Skandale der vergangenen Jahre gezeigt", so Vorstand Gerd Billen. Kritik übt der Verband außerdem daran, dass viele gefährliche Substanzen nicht generell verboten wurden.

So bleiben gefährliche Chemikalien unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Ihr Einsatz ist möglich, wenn sie eine Risikoprüfung durchlaufen und keine sicheren Alternativen vorliegen. "Wenn ein Spielzeug nicht mit sicheren Bestandteilen produziert werden kann, muss man eben darauf verzichten", kritisiert Billen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, dass aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes nur unbedenkliche Materialien eingesetzt werden dürfen.

Mit der neuen Richtlinie bleibt die Europäische Union beim Schutz vor gefährlichem Spielzeug trotz einiger Verbesserungen weiter hinter den USA zurück. Dort wurde im Sommer dieses Jahres ein Gesetz verabschiedet, dass eine verpflichtende Prüfung von dritter Stelle für Spielzeuge vorschreibt. Derzeit laufen die Vorbereitungen und die Benennung der akkreditieren Stellen. Spätestens im Frühsommer nächsten Jahres wird das Gesetz mit all seinen Bestimmungen in Kraft treten.

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