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26.11.2014 > Dokument

vzbv kritisiert Versteigerung von Rundfunkfrequenzen

Stellungnahme zum Entscheidungsentwurf zur Frequenzvergabe
Quelle: 
Fotolia.com / 2xwilfinger

Für das 2. Quartal 2015 bereitet die Bundesnetzagentur die Versteigerung von Rundfunkfrequenzen vor. Betroffen sind unter anderem die 700 MHz-Frequenzen, die derzeit noch vom Rundfunk für DVB-T genutzt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert die geplante Auktion als vorschnell, da die Weiterentwicklung des digitalen Fernsehens und die flächendeckende Versorgung dadurch gefährdet werden.

„DVB-T ist ursprünglich als das Überall-Fernsehen beworben worden. Durch die geplante Versteigerung ist der Fortbestand des kostengünstigen Antennenfernsehens bedroht“, sagt Ilja Braun, Referent für Telekommunikation beim vzbv.

Zusätzliche Kosten für Verbraucher

Einige Frequenzen, die bislang für das digitale Fernsehen vorgesehen waren, werden bei der Auktion für die mobile Internetnutzung versteigert. Die Umstellung auf den qualitativ hochwertigen DVB-T2-Standard soll dann erheblich beschleunigt werden. „Viele Verbraucher, die sich erst vor wenigen Jahren DVB-T-fähige Endgeräte gekauft haben, werden diese nicht mehr nutzen können und benötigen neue“, sagt Ilja Braun. Denn DVB-T2 beruhe auf einem neuen technischen Standard, den auch erst wenige Jahre alte Geräte nicht beherrschten. Ohnehin kommen auf die Verbraucher zusätzliche Kosten zu, weil die privaten Rundfunkanbieter ihre Programme in DVB-T2 nur verschlüsselt ausstrahlen werden. Wer in Zukunft digital-terrestrisch fernsehen will, braucht also nicht nur neue Geräte, sondern muss zusätzlich für die Nutzung zahlen.

Versteigerungserlöse bei weitem nicht ausreichend

Die Bundesregierung drängt auf die Versteigerung, um Geld zur Finanzierung des Breitbandausbaus zu beschaffen. Die Versteigerungserlöse werden nach Einschätzung des vzbv dafür aber bei weitem nicht ausreichen. Eine vorschnelle Auktion auf Kosten der Rundfunkversorgung ist die falsche Antwort auf die Herausforderungen, Verbraucherinnen und Verbraucher flächendeckend mit Internet zu versorgen. Dieses Ziel wird letztlich nur durch eine Umlagefinanzierung erreichbar sein: wenn die Gewinne, die die Unternehmen in den Ballungsräumen machen, für den Ausbau in der Fläche eingesetzt werden.