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14.07.2015 > Dokument

Anforderungen an einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz

Stellungnahme des vzbv zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags
Quelle: 
inkje / photocase.de

Damit sich Kinder und Jugendliche sicher im Internet bewegen können, soll der Jugendmedienschutz modernisiert werden. Zum Entwurf des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine Stellungnahme abgegeben.

Bereits Vorschulkinder kommen mit digitalen Medien in Kontakt und nutzen Online-Angebote. Als besonders problematisch bewertet der vzbv die Datenabfragen gegenüber Kindern bei der Nutzung von Internetangeboten. Beispielsweise werden Kinder im Rahmen von Gewinnspielen oder für den Erhalt virtueller Güter veranlasst, ihre Daten preiszugeben oder soziale Netzwerke wie Facebook zu nutzen. „Die Daten von Kindern und Jugendlichen müssen vor allem in den sozialen Medien besonders geschützt werden“, sagt Carola Elbrecht, Referentin im Team Digitales und Medien beim vzbv.

Bedenken gegen Jugendschutzprogramme

Technischen Schutzmaßnahmen steht der vzbv kritisch gegenüber. Denn die Tauglichkeit der verbreiteten Jugendschutzprogramme wird immer wieder in Frage gestellt. Bei einer Überprüfung im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und von jugenschutz.net erfüllte keines von elf Filterprogramme die Erwartungen.

„Solange Jugendschutzprogramme nicht imstande sind, Kinder und Jugendliche lückenlos vor gefährdenden Inhalten im Internet zu schützen, werden solche Programme wenig Akzeptanz finden“, so Elbrecht. Des Weiteren hängt die Verbreitung  auch von der Praktikabilität solcher Programme ab. Nur Programme, die nutzerfreundlich gestaltet und effektiv sind, werden bei Verbraucherinnen und Verbrauchern Zuspruch finden.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der vzbv vor allem bei mobilen Endgeräten. Da viele Grundschüler mit einem internetfähigen Smartphone ausgestattet sind, müssen effiziente und gut funktionierende Jugendschutzprogramme unbedingt auch für diese Geräte entwickelt werden.

Verbraucherbildung soll Medienkompetenz fördern

Elementar ist die frühzeitige Vermittlung von Medienkompetenz. Der vzbv fordert das Thema Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule aufzunehmen.

Ein wichtiger Baustein für zeitgemäßen und effektiven Jugendmedienschutz sollten leicht zugängliche und auffindbare Anlaufstellen für ratsuchende Kinder oder Eltern sein. Insbesondere Kinder und Jugendliche müssen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie im Internet mit unangemessenen oder verstörenden Inhalten konfrontiert werden.

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