Geschichte
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wurde im Jahre 2000 gegründet. Er ging hervor aus einem Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV), des Verbraucherschutzvereins (VSV) und der Stiftung Verbraucherinstitut.
Doch die Geschichte des vzbv und seiner Vorgängerorganisationen geht zurück bis in die 1950er Jahre, als die verbraucherpolitische Arbeit zahlreicher Verbände erstmals in einer bundesweit zentralen Interessenvertretung gebündelt wurde.
Zehn Jahre Verbraucherzentrale Bundesverband
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Die BSE-Krise ist der verbraucherpolitische Paukenschlag des neuen Jahrtausends und zugleich die Geburtsstunde einer neuen Verbraucherpolitik. Im November wird der erste deutsche BSE-Fall gemeldet - entgegen aller Beteuerungen müssen die Verbraucher realisieren: Deutschland ist nicht BSE-sicher. Verbraucherschutz wird plötzlich zum zentralen politischen Thema.
Parallel dazu wird der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegründet. Er geht hervor aus der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände, der Stiftung Verbraucherinstitut und dem Verbraucherschutzverein.
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Die Euro-Umstellung ist das Medienthema 2001/2002. Die Debatte, ob die Einführung des Euro zu allgemeinen Preiserhöhungen führt, dominiert die Schlagzeilen. Im Sommer 2001 startet der vzbv eine vom Bundesministerium für Verbraucherschutz finanzierte Euro-Informationskampagne mit einer Telefonhotline „Euro-Fon“ und kostenfreien Informationsflyern. Tausende von Verbrauchern nutzen das Beschwerdetelefon. Der vzbv setzt auf Beruhigung und Versachlichung in der öffentlichen Diskussion.
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Eine Flutwelle rollt wochenlang die Elbe und ihre Nebenflüsse entlang von Tschechien nach Deutschland. Hunderttausende Menschen sind vom Hochwasser betroffen, es verursacht allein in Deutschland Schäden im zweistelligen Milliardenbereich.
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und der Solidarität aller 16 Verbraucherzentralen baut der vzbv in kürzester Zeit ein Beratungsnetzwerk auf. Die kostenlose Experten-Hotline „Flutfon“ wird für Verbraucher geschaltet und in den betroffenen Gebieten sind Experten in mobilen Beratungsstellen unterwegs.
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In diesem Jahr startet die „Kinder-Kampagne“. Im Zentrum dieses Projekts steht kinder- und jugendbezogene Werbung. Das Ziel: Die Werbekompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. In der Folge geht der vzbv in knapp 50 Fällen juristisch gegen solche Werbung vor.
Das Jahr 2003 ist auch von der Diskussion um chemikalienbelastete und gefährliche Produkte bestimmt: TBT in Fußballtrikots, Phthalate in Beißringen oder PCP in Holzschutzmitteln werden gefunden. Im Januar des folgenden Jahres wird deshalb eine EG-Richtlinie über allgemeine Produktsicherheit in Kraft treten, die die Grundlage für die Errichtung von RAPEX sein wird, dem Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz.
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Die Reform des Wettbewerbsrechts erklärt Telefonwerbung ohne vorherige Zustimmung der Verbraucher per Gesetz für rechtswidrig. Dennoch halten sich viele Firmen nicht an das Verbot. Der vzbv leitet zahlreiche Fälle wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsverfahren gegen unerlaubte Telefonwerbung ein. Fünf Jahre später, im Jahr 2009, treten das Gesetz gegen unerlaubte Telefonwerbung und die Novellierung des Telekommunikationsgesetztes in Kraft. Verbraucher sind dadurch besser gegen lästige Werbeanrufe geschützt und können am Telefon geschlossene Verträge widerrufen.
Im Herbst 2004 veröffentlicht der vzbv erstmals den Verbraucherschutzindex der Bundesländer. Der Index bewertet die Qualität der verbraucherpolitischen Arbeit der Länder und fördert den föderalen Wettbewerb um den besten Verbraucherschutz.
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Die Deutsche Bahn AG will ihren Konzern möglichst bald an die Börse bringen – und zwar einschließlich des Schienennetzes. Der vzbv spricht sich gegen die Privatisierung der Bahn aus und fordert, das Schienennetz in staatlicher Hand zu belassen. Ein Jahr später wird der Bundestag tatsächlich klarmachen, dass das Schienennetz Eigentum des Bundes bleibt.
Zwei Jahre später wird der Börsengang der Bahn auf unbestimmte Zeit verschoben werden, die weltweite Finanzkrise macht dem damaligen Bahnchef Hartmut Mehdorn einen Strich durch die Rechnung. In den folgenden Jahren wird die Bahn immer wieder in den Schlagzeilen sein, Hitze und Kälte machen ihr zu schaffen, sie schlampt bei der Wartung ihrer Fahrzeuge.
Aber nicht nur die Debatten um die Qualität der Bahn und die Fahrgastrechte sind ein Dauerbrenner, sondern auch die Suche nach einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept.
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In diesem Jahr gründet der vzbv zusammen mit dem Verbund unabhängige Patientenberatung und dem Sozialverband VdK die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD). Bundesweit gibt es 22 Beratungsstellen.
Das Gesundheitssystem verändert sich: Die Zuzahlungen steigen und der Leistungskatalog schrumpft immer weiter. Der vzbv bringt sich intensiv in die Debatten ein und die Lobbyarbeit ist erfolgreich. Das zeigen die Berufung einer Patientenbeauftragten oder die Ausweitung der Mitwirkungsrechte der Verbraucher- und Patientenorganisationen in den Gremien des Gesundheitswesens.
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Der vzbv fährt seine Kampagne „Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen.“ Durch Information und Aufklärung sollen eine Million Haushalte zum Tarif- oder Anbieterwechsel animiert werden. Die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen erleben einen Ansturm. Nicht nur eine, sondern sogar zwei Millionen Deutsche werden im Laufe des Jahres ihren Stromanbieter oder den Tarif wechseln – ein großer Erfolg.
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In diesem Jahr wird Begriff „Datenklau“ auf Rang drei der Liste der Wörter des Jahres gewählt. Die Deutsche Telekom, Lidl, Deutsche Bahn, Daimler – die Liste der Unternehmen ist lang, die in diesem Jahr in Datenschutzskandale verwickelt sind.
Dem vzbv gelingt es, im Sommer binnen 44 Stunden sechs Millionen Datensätze mit vier Millionen sensiblen Daten zu erwerben. Kostenpunkt: Der Schnäppchenpreis von 850 Euro.
Die Bundesregierung novelliert das Bundesdatenschutzgesetz. Mit dem vom Verbraucherschutzministerium gefördertem Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ baut der vzbv seine Aufklärung für den Datenschutz weiter aus.
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise erschüttert die Weltmärkte. Die Banken brechen zusammen, selbst große Institute sind nicht mehr sicher. Am 15. September 2008 bringt die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman-Brothers zehntausende deutsche Anleger um ihre Ersparnisse und löst eine weltumspannende Krise aus. Nach und nach stellen die Regierungen weltweit bis dahin für unvorstellbar gehaltene Summen zur Rettung der Banken bereit.
Im Frühjahr 2009 rutscht die Weltwirtschaft immer tiefer in die Krise. Von Oktober bis Dezember 2008 ist die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz finanzierte Erste-Hilfe-Hotline des vzbv und der Verbraucherzentralen zu erreichen. Über hunderttausend Anrufer nutzen diese allein in den ersten Tagen, viele Kunden fühlen sich in der Krise von Banken und Sparkassen im Stich gelassen. Der vzbv setzt sich für den Anlegerschutz, eine anbieterunabhängige Finanzberatung und eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht ein.
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Die Arbeit des vzbv im Bereich Telekommunikation zeigt Wirkung. Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) enthält zentrale Forderungen des vzbv. So sollen zukünftig Warteschleifen kostenlos sein. Der vzbv setzt sich auch dafür ein, dass die DSL-Geschwindigkeit von Internet-Anbietern vertraglich zugesichert wird. Häufig klafft eine Lücke zwischen versprochener DSL-Leistung und der tatsächlichen Download-Geschwindigkeit.
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