Massiv gegen massive Missstände

Die Initiative Finanzmarktwächter der Verbraucherzentralen

Mit der Initiative Finanzmarktwächter bündeln die Verbraucherzentralen im Jahr 2011 ihre Kräfte, um auf andauernde massive Missstände im Finanzmarkt aufmerksam zu machen. Im Fokus stehen unfaire Vertriebsmethoden, ineffiziente Produkte oder Störungen im Wettbewerb.

Die Initiative soll zeigen, dass eine systematische verbraucherorientierte Marktbeobachtung notwendig ist. Denn die Bedingungen am Finanzmarkt haben sich verschärft: Er ist unübersichtlicher geworden und gehört viel stärker als früher zum Alltag, auch des Ottonormalverbrauchers.

Ob Gesundheit, Alter oder berufliche Risiken - überall gilt es, Entscheidungen mit finanzieller Reichweite zu treffen. Häufig sind Verbraucher dabei überfordert. Viele entscheiden sich infolge von Fehlberatungen und unzureichender Informationen für schlechte oder unpassende Produkte, nicht selten mit verlustreichen Folgen.

Frühwarnsystem Verbraucherzentralen

Dies bringt neue Aufgaben für die Verbraucherzentralen mit sich. Ihre Arbeit dient als wichtiger Sensor für Mängel und Missstände im Finanzmarkt. Verbraucher kommen mit konkreten Problemen in die Beratungsstellen. Die Verbraucherzentralen erfahren frühzeitig, wenn sich Fälle häufen und können marktschädigendes Anbieterverhalten identifizieren. Diese Funktion gilt es durch zusätzliche Ressourcen auszubauen und die Prozesse zu institutionalisieren.

Impulse für die Finanzaufsicht

Als Finanzmarktwächter könnten die Verbraucherzentralen unter anderem der staatlichen Finanzaufsicht Impulse geben, unseriöse Geschäftspraktiken gegenüber privaten Anlegern, Kreditnehmern und Versicherten zu erkennen. Hinweise aus der Beratungsarbeit wären ein Anlass für punktuelle Marktuntersuchungen, etwa durch Umfragen oder verdeckte Käufe (Mystery Shopping).

Auf diese Weise würden systematische Fehlentwicklungen von den Verbraucherzentralen frühzeitig aufgedeckt und im Idealfall durch öffentlichen Druck, das Einschreiten der Finanzaufsicht oder des Gesetzgebers abgebaut, bevor größerer Schaden entsteht. Das Ergebnis: Ein effektiver Beitrag, um Versorgungslücken und Altersarmut zu vermeiden und die Konsumfähigkeit der Verbraucher zu stärken.

Die Initiative Finanzmarktwächter soll das Potential einer solchen Einrichtung aufzeigen. Sie wird vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und allen 16 Verbraucherzentralen getragen.

Aufruf an die Verbraucher

Als erste Aktion nehmen die Verbraucherzentralen die Provisionen ins Visier. Mit einem Musterbrief können Kunden von ihrer Bank verlangen, der gesetzlichen Pflicht zur Offenlegung nachzukommen.

Die Aktion endet am 30.07.2011. Danach beginnt die Auswertung. Rückläufe, die später eingehen, können leider nicht in das Ergebnis der Untersuchung einfließen. Der Musterbrief kann natürlich weiter verwendet werden.

Die Initiative Finanzmarktwächter bedankt sich herzlich bei allen Verbrauchern, die die Antworten ihrer Banken weitergeleitet haben.

Pressekontakt

Dorothea Mohn
Referentin Altersvorsorge, Kapitalanlage
fdl@vzbv.de
Steffen Küßner
Pressereferent
Telefon: 030/25800-524
Fax: 030/25800-522
kuessner@vzbv.de
Steffen Küßner; Rechte: vzbv